Nicht jeder Gebrauch einer psychoaktiven Substanz bedeutet, dass man auf kurz oder lang von ihr abhängig wird. Auch bedeutet Drogenkonsum nicht gleich Drogenmissbrauch. Sucht oder Missbrauch ist in keiner Droge „angelegt“. Ob ein Drogenkonsum schädlich ist oder zu einer Sucht wird, hängt immer davon ab, wie du selbst mit der Substanz umgehst!
Was ist Genuss?
Ein genussvoller Umgang mit psychoaktiven Substanzen bedeutet
- dass man nur zu besonderen Gelegenheiten konsumiert
- dass der Konsum zur Verstärkung vorhandener positiver Gefühle dient
- dass die Dosis beschränkt ist und
- dass du noch mehrere andere Möglichkeiten hast, um dir angenehme Gefühle zu verschaffen oder um mit unangenehmen Gefühlen umzugehen.
Genuss bedeutet also bewusst mit psychoaktiven Substanzen umzugehen und damit auch Risiken möglichst klein zu halten.
Was ist Gewöhnung?
Gewöhnung bedeutet, dass
- sich der Missbrauch einer Substanz durch die ständige Wiederholung einschleift.
- man immer weniger Wahlmöglichkeiten zum Konsum hat.
- aber durch willentliche Kraft noch Veränderung des Verhaltens möglich ist.
Hat sich eine Person aber einmal an eine oder mehrere Drogen oder ein bestimmtes Verhalten gewöhnt, wird es für sie immer schwieriger sich dem Reiz der Entlastung zu entziehen.
Was ist Missbrauch?
Der Missbrauch einer Droge geht über den genussvollen Gebrauch hinaus. Der Missbrauch einer Substanz kann durch zunehmende Gewöhnung ein Übergangsstadium zu einem abhängigen Verhalten sein. Von Missbrauch (oder auch „ausweichendem Verhalten“) spricht man, wenn
- man konsumiert, um unangenehme Gefühle (z.B. Ärger, Unruhe, Langeweile) wegzumachen und
- das in Ausnahmefällen, also nicht grundsätzlich geschieht und
- wenn die Dosis überschritten wird (z.B. Kater nach Alkoholkonsum).
Missbrauch bedeutet auch:
- in Situationen zu konsumieren, in denen Drogen fehl am Platz sind wie z.B. beim Autofahren
- immer wieder Drogen in bestimmten Situationen zu nehmen, obwohl man begriffen hat, dass dadurch negative Folgen für den Körper, den psychischen Zustand, die finanzielle Situation oder andere Personen (z.B. Aggressivität durch Alkohol) entstehen.
Was ist Abhängigkeit?
Abhängigkeit ist definiert als eine „psychische Störung“ und wird als Krankheit angesehen. Betroffene haben damit ein Anrecht auf medizinische oder psychologische Behandlung. Auch wenn viele das so denken: Abhängigkeit ist keine moralische Schwäche oder gar ein krimineller Zustand.
Abhängigkeit ist einem zwanghaften Verhalten sehr ähnlich. Abhängig werden kann man von bestimmten Substanzen, z.B. Drogen oder bestimmten Verhaltensweisen, z.B. Spielen.
Abhängigkeit bedeutet eigentlich immer eine psychische Abhängigkeit. Ob auch eine körperliche Abhängigkeit entsteht, ist von der jeweiligen Substanz abhängig. Eine psychische Abhängigkeit sitzt viel tiefer und es ist schwerer von ihr loszukommen. Sie kann bei einem regelmäßigen Drogenkonsum entstehen, wenn die Droge dauerhaft zur Lösung von Problemen oder zur Verbesserung der Stimmung genutzt wird.
Typische Kennzeichen von Abhängigkeit sind:
- Der starke Wunsch (wie eine Art Zwang), die Substanz zu konsumieren oder das Verhalten auszuüben. Die betreffende Person hat nicht mehr das Gefühl, Entscheidungsfreiheit oder Kontrolle über ihr Verhalten zu haben.
- Es gibt keine anderen Wahlmöglichkeiten mehr zum Konsum.
- Die Person konsumiert um unangenehme Gefühle zu vermeiden oder um einen „Normalzustand“ herzustellen.
- Toleranzentwicklung / Gewöhnung, das heißt, dass die Dosis erhöht werden muss, um die gleiche Wirkung wie vorher zu erzielen.
- Bei einigen Substanzen kommt es zu körperlichen Entzugserscheinungen bei Absetzen des Mittels oder bei Reduzierung des Konsums. Bei psychischer Abhängigkeit zeigen sich auch Entzugserscheinungen wie z.B. Nervosität, Gereiztheit, schlechte Stimmung und Anspannung. Psychische Entzugserscheinungen sind oftmals genau das Gegenteil der positiven Wirkungen, die man durch eine Droge erreicht hat.
- Andere Interessen und Vergnügen werden immer mehr vernachlässigt. Der Freundeskreis besteht mehr und mehr nur noch aus Leuten, die auch Drogen nehmen. Der Drogenkonsum bestimmt dann häufig alle gemeinsamen Unternehmungen und Gespräche.
- Obwohl körperliche, soziale (z.B. Stress mit der Familie, Geldmangel) oder psychische Probleme auftreten, wird der Konsum nicht stark eingeschränkt oder aufgegeben.
Keiner dieser Aspekte allein macht eine Abhängigkeit aus oder kann sie gänzlich erklären. Abhängigkeit setzt sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen und kann individuell sehr unterschiedlich aussehen. Man nimmt jedoch an, dass der Verlust der Kontrolle das herausragendste Kennzeichen einer Abhängigkeit ist.
Selbsttests unter www.drugcom.de und www.drogen-und-du.de.
